Wertstofftonne

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Wertstofftonne" und „Wertstoffsack" in Berlin

Seit Anfang 2013 gibt es in Berlin 170.000 bis 180.000 Wertstofftonnen. Genauso viele Haushalte erhalten den neuen Wertstoffsack. Sie lösen den Gelben Sack, die Gelbe Tonne, die Orange Box ab, die bis Ende 2012 im Einsatz waren.

Wertstofftonne und -sack sind jetzt die Sammelbehälter für ALLE Gegenstände aus Plastik, Metall und Verbundstoffen – egal ob es sich um eine Verpackung handelt oder nicht. Anders als bei den Vorläufern Orange Box und Gelbe Tonne plus dürfen Elektrokleingeräte, Altholz, Alttextilien oder Datenträger wie CDs NICHT in die neue Wertstofftonne geworfen werden! In unserem Service-Bereich finden Sie Informationen zu alternativen Entsorgungswegen für Elektrokleingeräte, Altholz, Datenträger und Alttextilien.

Die vor allem für Haushalte in Mehrfamilienhäusern ab vier Wohnungen und für Gewerbetreibende üblichen Tonnen im Hof bleiben dieselben – in derselben Farbe: gelb und/oder orange. Sie bekommen lediglich einen gelb-orangenen Aufkleber, der erklärt, was in die Wertstofftonne kommt und was nicht. Auch für gelbe und orangene Tonnen, die noch keinen neuen Aufkleber haben, gelten seit Beginn des Jahres 2013 die Vorgaben für die Wertstofftonne. Die Wertstofftonne wird wöchentlich oder alle 14 Tage abgeholt - wann bei Ihnen das nächste Mal, können Sie hier erfahren.

Für Ein- und Zweifamilienhäuser und wenn einmal mehr entsprechende Wertstoffe anfallen sollten als üblich stehen den Berlinern außerdem weiterhin Säcke zur Verfügung. Die bekannten Gelben Säcke werden einfach in Wertstoffsäcke umbenannt. Auch die neuen Wertstoffsäcke sind an etwa 250 Stützpunkten im Berliner Siedlungsgebiet kostenfrei erhältlich. Wo Sie die Wertstoffsäcke in Ihrer Nähe bekommen können, sehen Sie hier.

Die nachfolgenden Informationen und unsere Abfallberatung im Haushalt sollen Ihnen bei der Optimierung Ihrer Mülltrennung helfen, im Sinne der Umwelt und Ihres Geldbeutels.

Das gehört rein
  • Kunststoffverpackungen: pfandfreie Getränkeeinwegflaschen, Ketchup- und Mayonnaiseflaschen, Flaschen für Reinigungs- und Waschmittel, außerdem Behälter für Körperpflegemittel und Lebensmittelverpackungen wie Joghurt- Quark- und Margarinebecher, Kunststoffbeutel und -folien, Plastiktüten, Flaschenverschlüsse, Kunststoffschalen (auch Styropor) für Fleisch, Obst, Gemüse, Styroporverpackungen von Elektrogeräten
  • Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff: Schüsseln, Siebe, Abdeckfolien, Klarsichthüllen, Blumentöpfe, Eimer, Gießkannen, Spielzeug usw.
  • Metallverpackungen: Konservendosen, Getränkedosen ohne Pfand, Aluminiumschalen und Folien, Kronkorken, Metalldeckel, leere Metalltuben, leere Spraydosen ohne Gefahrstoffzeichen
  • metallische Gebrauchsgegenstände: Töpfe, Pfannen, Besteck, Armaturen, Beschläge, Werkzeuge, Nägel, Schrauben, Drahtreste, Rohrabschnitte, Blechreste u.Ä.
  • Verbundverpackungen:
    Milch-, Saft- und Fertigsoßenkartons, Kaffeevakuumverpackungen, Arzneimittelblister
Das gehört nicht rein
  • Elektrokleingeräte und sonstiger Elektroschrott
  • Holz und Sperrmüll
  • Alttextilien
  • Datenträger wie CDs, DVDs, Videokassetten etc.
  • ungeleerte Verpackungen
  • Styropor als Dämmstoff
  • Energiesparlampen und LEDs
  • Batterien und Akkus
  • Sondermüll
  • Glas
  • Papier
Zu beachten:
  • Bitte entleeren Sie Verpackungen vor der Entsorgung. Das Ausspülen ist nicht notwendig.

  • Trennen Sie die Verpackungen stoffgleich, d.h. entfernen Sie den Aludeckel vom Kunststoffbecher, oder den Verschluss von der Kunststoffflasche wenn dieser aus einem anderen Kunststoff besteht als die Flasche. Nur stoffgleiche Gegenstände  können problemlos recycelt werden, da nur diese ohne Schwierigkeiten automatisch sortierbar sind.

  • Stecken Sie keine Verpackungen ineinander. Auch dies kann zu Problemen in der Sortierung führen. (Die automatische Sortieranlage der ALBA in Mahlsdorf erkennt die unterschiedlichen Materialien und Verpackungen u.a. an ihrer Größe und ihrem Gewicht.)

  • Falten Sie Verpackungen (z.B. Getränkekartons) oder drücken Sie sie zusammen. Dann passt auch mehr in die Tonne.

Auf unserer Seite finden Sie weitere Informationen zur korrekten Entsorgung auch von Elektrokleingeräten und sonstigem Elektroschrott, von Energiesparlampen, Batterien, Akkus und sonstigen schadstoffhaltigen Abfällen, von Altholz und Sperrmüll sowie von Alttextilien, Glas und Papier.

Informationen dazu, welche Abfälle bzw. Wertstoffe in die neue Wertstofftonne  kommen und welche nicht, erhalten Sie auf der eigens zur Einführung der Tonne eingerichteten Seite sowie auf den Seiten von Trenntstadt Berlin und der BSR.

 

Kosten für den Verbraucher

Die Abholung von Wertstofftonne und Wertstoffsack sind in Berlin kostenfrei.

Die Kosten für Abtransport und Verwertung der Verpackungsabfälle aus der Wertstofftonne werden bereits vom Produzenten auf den Verkaufspreis der Ware aufgeschlagen (siehe Das Duale System). Der Verbraucher hat die Entsorgung also bereits beim Einkauf bezahlt. Darüber hinaus finanzieren Erlöse aus Verkauf und Verwertung der Wertstoffe die Abholung.

Wirft man Materialien aus Kunst-, Verbundstoff oder Metall stattdessen in eine der kostenpflichtigen Tonnen, z.B. die graue Restmülltonne, so bezahlt man doppelt für die Entsorgung! Bei zu vielen Fehlwürfen in Wertstofftonne oder -sack kann es dazu kommen, dass das zuständige Entsorgungsunternehmen - in der Regel nach einer vorausgegangenen Verwarnung - die Abholung verweigert. Dann holt die BSR die Tonne bzw. den Sack für den vergleichsweise teuren Restmülltarif ab. Damit ist eine sorgfältige Trennung nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch aus Kostengründen ratsam.

 

Sammlung und Verwertung

25 Kilogramm Wertstoffe sammete im Jahr 2016 jeder Berliner. Das macht insgesamt 88.107 Tonnen (Quelle: Trenntstadt Berlin). Die in Wertstofftonne und Wertstoffsack erfassten Mengen gelangen in Berlin zunächst in die ALBA-Sortieranlage in Mahlsdorf und können anschließend möglichst hochwertig verwertet werden. (In unseren Hintergrundkapiteln lesen Sie mehr zur Verwertung von Kunststoffen, Verbundstoffen und Metallen.)

Anders die etwa 31 Kilogramm pro Jahr und Kopf an Kunst- und Verbundstoffen, die im Restmüll landen: Sie werden verbrannt und gehen damit dem Rohstoffkreislauf verloren. Im Müllheizkraftwerk der BSR in Ruhleben, in verschiedenen Zementwerken der Region und im Kraftwerk Jänschwalde wird aus Ihnen Energie, z.B. Strom oder Fernwärme, gewonnen. (Mehr zum Thema Müllverbrennung lesen Sie in unserem Hintergrundkapitel.) (Quelle: Abfallwirtschaftsplan Berlin - Teilplan Siedlungsabfälle)

 

Exkurs "Bioplastik"

Nicht zu Unrecht wird Bioplastik heute als eines der Materialien der Zukunft in der Verpackungsindustrie gesehen. Statt auf Erdölbasis werden Kunststoffe zunehmend auf der Grundlage biologischer, nachwachsender Rohstoffe, z.B. Mais oder Zuckerrüben, hergestellt. Damit könnten Biokunststoffe theoretisch als CO2-neutral und biologisch abbaubar angesehen werden.

In der Praxis werden derzeit aber Verpackungen oder (Bio-)Abfallbeutel aus Bioplastik in der Regel weder recycelt, noch in Biogas- oder Großkompostierungsanlagen aufbereitet. Biokunststoffe sollten daher nicht in die Wertstoff- und auch nicht in die Biotonne geworfen werden. Sie müssen in die graue Restmülltonne und werden verbrannt.

Ein Grund dafür liegt in der Vielzahl unterschiedlicher Biokunststoffe am Markt. Zudem gibt es keine einheitlichen Labels oder Kennzeichen für Bioplastik. Weder wird die Dauer bis zur vollständigen Kompostierung, die sog. Rottezeit, klar eingegrenzt, noch die Zusammensetzung des Kunststoffs eindeutig definiert. Zahlreiche Mischformen mit erdölbasierten Anteilen sind ebenfalls unter der Bezeichnung Biokunststoff auf dem Markt zu finden. Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Bioplastikarten sind Recyclingverfahren für diese noch wenig verbreitet. Weil die Rottezeiten oftmals zu lang sind und bei der Vorsortierung Bioplastik nicht von anderen Kunststoffen unterschieden werden kann, sind z.B. auch Bioabfalltüten in der Regel nicht für den Verwertungsweg von der braunen Tonne in die Biogasanlage oder in die Großkompostierung geeignet. Dies gilt auch, wenn z.B. auf den Bioplastikmüllbeuteln ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass diese vollständig kompostierbar bzw. biologisch abbaubar seien.

Größter ökologischer Nachteil von Biokunststoffen ist der im Vergleich zu konventionellem Plastik große Energieaufwand bei der Produktion. Ebenfalls negativ sind die Förderung großer Monokulturflächen (Mais etc.), der damit einhergehende erhöhte Pestizideinsatz sowie der aus diesen Faktoren resultierende Verlust an Artenvielfalt zu werten. Laut einer Studie des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) ist somit z.B. auch die Ökobilanz eines Joghurtbechers aus Milchsäure (Bioplastik) nicht besser als die eines herkömmlichen Bechers aus erdölbasiertem Kunststoff. (Quelle: Umweltbundesamt)

 

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