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Altglastonnen, -"Iglus" und -Container in Berlin

18 Kilogramm Altglas hat jeder Berliner im Jahr 2016 gesammelt (Quelle: Trenntstadt Berlin). Weil immer mehr Flaschen aus Plastik (PET) benutzt werden, hat sich die Glassammelmenge in der Stadt seit 1997 ungefähr halbiert. Vor diesem Hintergrund war auch die Schließung der ALBA-Glasrecyclinganlage in Velten im Februar 2012 nicht verwunderlich. Das Berliner Altglas muss seither zum Recycling nach Südbrandenburg, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen transportiert werden.

Dennoch gäbe es in Berlin noch beachtliche Potenziale bei der Altglaserfassung aus privaten Haushalten: Etwa 13 Kilogramm pro Kopf landen in den grauen Restmülltonnen. Sie kommen mit in die Abfallverbrennung und gehen dem Recycling verloren. (Mehr zum Thema Müllverbrennung lesen Sie in unserem Hintergrundkapitel.) (Quelle: Abfallwirtschaftsplan Berlin - Teilplan Siedlungsabfälle)

In insgesamt über 90.000 Glastonnen unmittelbar am Wohnhaus sowie über 5.000 sog. Glas-"Iglus" bzw. -Containern im öffentlichen Bereich können die Berliner ihr Altglas entsorgen. Direkt am Wohngebäude finden Sie meist eine Glastonne für weißes und eine für farbiges Glas. Die Iglus und Container an öffentlichen Sammelstellen ermöglichen eine Trennung in Weiß-, Grün- und Braunglas. Wo sie den nächsten öffentlich zugänglichen Glassammelbehälter in Ihrer Nachbarschaft finden, erfahren Sie hier.

Modellversuch zur Verbesserung der Glasqualität

Zum Jahresanfang 2014 wurde in den Berliner Bezirken Treptow-Köpenik, Marzahn-Hellersdorf und Lichtenberg ein Modellversuch zur Verbesserung der Glasqualität gestartet. Von Seiten der Dualen Systeme und der Glasindustrie wurde die Berliner Glasqualität bemängelt. Besonders die Hoftonnen mit ihrer Trennung in Bunt- und Weißglas und den offenen Deckeln seien von Vermüllung und Fehlwürfen betroffen, wodurch ein hochwertiges Glasrecycling gefährdet sei. Dass die Tonnen im Hof wirklich für schlechteres Altglas sorgen als die Container im Straßenland, bezweifeln sowohl die Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus, als auch betroffene Wohnungsbaugesellschaften und weitere politische Akteure wie der BUND.

Als Maßnahmen zur Verbesserung der Altglasqualität wurden die Ausweitung des Iglu-Systems mit Trennung in grün, braun und weiß und eine Optimierung der Hofsammlung zum Beispiel durch abschließbare Tonnendeckel beschlossen. Zur Umsetzung wurden alle Glastonnen von den Müllplätzen der drei Bezirke entfernt, bei denen ein öffentlicher Glasiglu-Standort nicht weiter als 300 Meter Luftlinie entfernt liegt. Im Rahmen der öffentlichen Diskussion gab es bereits Befürchtungen, dass Glas aufgrund des größeren Aufwands für die Bürger nun verstärkt über die Restmülltonne und die  Wertstofftonnen entsorgt wird. Diese Einschätzung bestätigen viele Rückmeldungen betroffener Bürger im Rahmen der Abfallberatung des Berliner Abfallcheck.
Im Jahr 2017 hält die Diskussion an. Das Ergebnis des Modellversuchs bestätigt die Befürchtungen. Es werden in den betroffenen Bezirken rund 20% weniger Altglas eingesammelt. Stattdessen landen nun mehr Flaschen im Restmüll. Das reduziert die Einsparung von CO2 um jährlich 1300 Tonnen (Quelle: BUND).
Obwohl Proteste zu einem Kompromis mit dem Dualen System Deutschland geführt haben, rückt das Privatuntenehmen nicht von seinem Vorhaben ab, die Zahl der Hoftonnen in Berlin zu reduzieren - unter anderem aus Kostengründen (Quelle: Berliner Morgenpost, 29.07.2017).

Das gehört rein
  • Einwegflaschen aus Glas wie Wein- und Sektflaschen
  • Essig- und Ölflaschen
  • Konserven- und Marmeladengläser
  • Parfümflacons
  • Arzneimittelflaschen
Das gehört nicht rein
  • Glühlampen oder Energiesparlampen
  • Geschirr, Porzellan und Keramik
  • Kristallgläser (Trinkgläser, Vasen, Dessertschalen etc.)
  • Fensterglas- oder Spiegelscherben
  • Spezialgläser wie Blei- oder Laborglas
  • Pfandflaschen
In der Glastonne wird ausschließlich Verpackungsglas gesammelt! Andere Glasarten haben eine abweichende chemische Zusammensetzung, enthalten Zusatzstoffe oder haben einen höheren Schmelzpunkt. Sie können daher nicht gemeinsam mit dem in die Altglastonne gehörenden Verpackungsglas recycelt werden!

Zwischen 3 und 7% des Altglases kann aufgrund seiner Größe, Struktur oder Verunreinigungen nicht wieder aufbereitet werden. Insbesondere Keramik, Porzellan und Steingut sollten nicht in den Glastonnen landen. Sie haben einen besonders hohen Schmelzpunkt und behindern daher sehr stark den Glasrecyclingprozess. Eine Verwertung ist nur bis zu einem Fremdstoffanteil von 2 bis 5% möglich. Richtiges Trennen ist hier also besonders wichtig!

> Finden Sie mehr Interessantes zur Wiederverwertung von Altglas in unseren Hintergrundkapiteln.

 
Farbenlehre beachten!

Bitte trennen Sie sorgfältig nach Weiß-, Grün- und Braunglas. Vor allem beim Weißglas führen schon Anteile von über 0,5 % Buntglas zu ungewollten Verfärbungen. 
Sollte eine Tonne für Braunglas in Ihrer Nähe nicht zur Verfügung stehen, entsorgen Sie dieses bitte in die grüne Buntglastonne. Andersfarbiges Glas, z.B. blau, schwarz, rot, gehört in den Grünglas-Behälter.

Entgegen anders lautenden Vorurteilen bleiben die verschiedenen Glasfarben auch nach der Sammlung getrennt. Die Ladeflächen der Fahrzeuge, in die die großen Container entleert werden, haben mehrere Kammern, wie auch in diesem Film zu sehen ist.

Deckel von Konservengläsern sowie Flaschenverschlüsse werfen Sie bitte in die Gelbe Tonne.
Und denken Sie an die Einwurfzeiten: Nachtruhe herrscht von 20.00 Uhr bis 7.00 Uhr und ggf. örtlich eine Mittagsruhe von 13.00 bis 15.00 Uhr.

Informationen zur korrekten Altglassammlung erhalten Sie auch auf den Seiten von Trenntstadt Berlin, der BSR, Berlin Recycling.

 

Kosten für den Verbraucher

Die Kosten für Abtransport und Verwertung von Altglas aus den Tonnen im Hof werden wie bei der Wertstofftonne bereits vom Produzenten auf den Verkaufspreis der Ware aufgeschlagen (siehe Das Duale System). Der Verbraucher hat die Entsorgung also bereits beim Einkauf bezahlt. Für die Abholung entstehen ihm grundsätzlich keine Kosten.

Wirft man sein Altglas stattdessen in eine der kostenpflichtigen Tonnen, z.B. die graue Restmülltonne, so bezahlt man doppelt für die Entsorgung! Bei zu vielen Fehlwürfen in den Glastonnen kann es dazu kommen, dass das zuständige Entsorgungsunternehmen - in der Regel nach einer vorausgegangenen Verwarnung - die Abholung der Glastonnen verweigert. Dann übernimmt die BSR die Entsorgung und holt die Tonne für den vergleichsweise teuren Restmülltarif ab. Damit ist eine sorgfältige Trennung nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch aus Kostengründen ratsam.

 

Autor und Bildnachweis: Andreas Pützer

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