Recycling

Recycling-SymbolInhalt

 

„Recycling“ wird in der Richtlinie 2008/98/EG vom 19.11.2008 definiert als „jedes Verwertungsverfahren, durch das Abfallmaterialien zu Erzeugnissen, Materialien oder Stoffen entweder für den ursprünglichen Zweck oder für andere Zwecke aufbereitet werden. Es schließt die Aufbereitung organischer Materialien ein, aber nicht die energetische Verwertung und die Aufbereitung zu Materialien, die für die Verwendung als Brennstoff oder zur Verfüllung bestimmt sind.”

Aus dem Haushaltsabfall werden neben Glas und Papier vor allem Verpackungen aus Kunststoffen, Metallen oder Verbundstoffen stofflich wiederverwertet. Hierbei werden die Ausgangsmaterialien zurückgewonnen, und zu wertniedrigeren (Downcycling) oder gleichwertigen Dinge verarbeitet. Teilweise ist dies nahezu ohne Qualitätsverlust (bei Glas oder Metallen) möglich.
Recyceltes Aluminium z.B. erfordert nur noch 5 % des Energieverbrauchs gegenüber der Neuproduktion.

Von „Downcycling“ sprechen wir, wenn bei der Wiederverwertung ein neues Produkt entsteht, welches dem Ursprungsprodukt gegenüber minderwertiger ist. Als klassisches Beispiel seien die Joghurtbecher genannt, aus denen Parkbänke hergestellt werden.  

Andererseits kann man aus Eierkartons, Plastikbechern oder Metalldosen Dekorationsgegenstände herstellen, die dem Ursprungsgegenstand gegenüber höherwertig sind. Diesen Vorgang nennt man „Upcycling“. Ein klassisches Beispiel ist die LKW-Plane, aus der Handtaschen hergestellt werden.

Weitere Informationen, Statistiken und genaue Zahlenwerte über die Einsparpotentiale bei den verschiedenen Verwertungsmethoden und Abfallfraktionen finden Sie unter:

>> „Stoffliche oder energetische Verwertung - Ressourceneffizientes Handeln ist in der Regel klimagerechtes Handeln" von Klaus Fricke et al.

Zukunftsaufgabe ist es, möglichst viele Abfälle möglichst häufig, energiesparend und emissionsarm wiederzuverwerten. Auf all diesen Gebieten werden Fortschritte gemacht.
Wir als Verbraucher können unseren Einfluss durch den Einkauf recyclingfreundlicher Produkte und beim konsequenten Sammeln und Trennen von Abfällen geltend machen.

Verluste bei der stofflichen Wiederverwertung

In Deutschland wurden im Jahr 2012 16,59 Mio.Tonnen Verpackungsabfall eingesammelt. Das entspricht einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 0,6 %. Stofflich verwertet - d.h. recycelt - wurden 11,82 Mio. Tonnen. Energetisch verwertet - heißt: verbrannt - wurden 4,16 Mio. Tonnen. (Quelle: Umweltbundesamt; „Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland im Jahr 2012")

Neben dem beim direkten Verarbeitungsprozess entstehenden Verlust an Recyclingmaterial gibt es bereits im Vorfeld hohe Verluste, etwa beim Trennen durch den Verbraucher oder bei der Nachsortierung in der Verwertungsanlage.

Materialfraktion
Verlustanteil
Erläuterung (Quelle)
Glas
ca. 10 %
Grus, Keramik, Papier etc. (GGA Ravensburg)
Kunststoffe
15 - 30 %
Aufbereitungsverluste (HTP)
Papier und Pappe
15 - 30 %
Spuckstoffe und Sortierverluste (Papierindustrie, VDP)
Aluminium
60 - 70 %
Komplementärmenge zum Reinaluanteil (ISD, DAVR, Alunova)
Weißblech
5 - 8 %
Lacke, etc. (GVM-Schätzung)
Flüssigkeitkarton
ca. 25 %
Reject-Anteil (nach Angabe der FKN)
Quelle: Umweltbundesamt: "Aufkommen und Verwertung von Verpackungsabfällen in Deutschland im Jahr 2013"

Wertstofftonne deutschlandweit

Die Bundesregierung hat deutschlandweit eine Wertstofftonne einführen, die neben lizenzierten Leichtverpackungen (siehe Das Duale System) auch recyclebare "Nichtverpackungen" aufnimmt. So soll dem Bürger das Trennen erleichtert werden.
Sie erhofft sich dadurch, dass - entsprechend einer Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) - „die haushaltsnah getrennt erfasste (Abfall-)menge nochmals um rund 7 kg pro Einwohner und Jahr gesteigert werden (kann) ... . Dies entspricht einer Jahresmenge von ca. 570.000 Tonnen".

Neben ökologischen werden juristische Gründe für die Maßnahme angeführt.
„Unabhängig (vom ökologischen Nutzen) verpflichtet auch die neue Abfallrahmenrichtlinie der Europäischen Union Deutschland dazu, seit dem 1. Januar 2015 Kunststoffe, Metalle, Glas und Papier getrennt vom Restabfall zu erfassen, soweit dies zur Erleichterung oder Verbesserung der Verwertung erforderlich und technisch, ökologisch und wirtschaftlich durchführbar ist. Deutschland hat diese Verpflichtung mit § 14 Absatz 1 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) in innerstaatliches Recht umgesetzt", so das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUNR) in seinem „Thesenpapier zur Fortentwicklung der haushaltsnahen Wertstofferfassung".

 

Autor: Andreas Pützer

Den Beitrag bookmarken