Alttextilien

Altkleider-ContainerInhalt

 

 

 

 

Trennung der Textilien

Nach dem Einsammeln werden Alttextilien von Sortierbetrieben per Hand nach Qualität und Wiederverwertbarkeit sortiert.

Mit 800 Mitarbeitern ist in Deutschland SOEX in Wolfen die größte Sortieranlage. Hier werden rund um die Uhr täglich 400 Tonnen Alttextilien sortiert. Die Unternehmen der Alttextilbranche sammeln und trennen häufig im Auftrag von gemeinnützigen Organsiationen. Teilweise sortieren karitative Verbände aber auch selbst.

Um Bedürftige in Deutschland kostenlos mit Altkleidern zu versorgen, reichen gerade einmal 1% der hierzulande gesammelten Textilspenden. 99% der Alttextilien werden verkauft und dann weiterverwertet:

  • Hochqualitäts-Altkleidung (2%)
  • Altkleider Qualitätsstufe 1 (ca. 20%)
  • Altkleider Qualitätsstufe 2 (ca. 25%)
  • Verwendung als Putzlappen in der Industrie (ca. 25%)
  • Verwertung durch Faser-Rückgewinnung (ca. 20%)
  • Thermische Verwertung (ca. 8%)

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Der Altkleidermarkt

Alttextilien sind zu einem begehrten Wirtschaftsgut geworden. Eine Tonne hat heute einen Wert von ca. 350,00 €.
Abnehmer der Altkleider sind meist Exporteure, die die Altkleider nach Osteuropa (vorwiegend Ukraine) oder Afrika (vorwiegend Kenia und Mosambik) bringen, wo sie säckeweise  an Zwischenhändler verkauft werden. Einzelhändler verkaufen die bessere Ware dann in den größeren Städten. Die qualitativ schlechtere Ware wird auf dem Land verkauft.
Auf afrikanischen Märkten kann eine gebrauchte Jeans dann etwa 5,00 €, ein T-Shirt 1,00 € kosten. (Quelle: altkleiderspenden.de)
Ob so, durch Beeinträchtigung der regionalen Textilproduktion, insgesamt tatsächlich mehr Arbeitsplätze wegfallen als durch den Altkleiderhandel geschaffen werden – wie gelegentlich eingewandt - ist durchaus zweifelhaft. Zugleich trägt das Zusatzangebot der Second-Hand-Importware zu einem Abfallen der Preise auf den den jweiligen nationalen Textilmärkten bei, so dass sich auch ärmere Menschen leichter mit Kleidung versorgen können.

Derzeit werden übrigens knapp 10% der eingesammelten Ware thermisch verwertet, d.h. verbrannt. Über 40% werden industriell verarbeitet und „downgecycelt“, d.h. zerfasert und zu Putzlappen oder Papier verarbeitet. 25% der Ware gelangen auf dem osteuropäischen Markt – hauptsächlich Ukraine. 30% werden nach Afrika verschifft – mehrheitlich nach Kenia und Mosambik. Nur ein kleiner Teil von etwa 5% wird in deutschen Second Hand Läden wiederverkauft.

 

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Anteilige Verwertung von Altkleidern in Deutschland, Quelle: www.altkleiderspenden.de)

Werbewirtschaft und Alttextilien

Mittlerweile hat auch die Werbewirtschaft den Altkleidermarkt entdeckt:
Reno und Adler tun es. Seit Februar 2013 H&M auch. Sie nehmen gebrauchte Kleidung zurück und bieten den Kunden dafür Preisnachlässe oder Gutscheine an.

Die Bekleidungsketten arbeiten hierbei mit dem Schweizer Unternehmen I:CO zusammen (I:Co steht für "I collect", also übersetzt: "ich sammel"). Dieses sammelt die Kleidung ein, sortiert sie und verwertet sie weiter.

Nach Angaben der Bekleidungsketten sind Umweltschutz und soziale Absicht die Motivation.
Berücksichtigt man jedoch den Marktwert der Ware und die Werbewirksamkeit des Engagements, dann kann man auch ökonomische Gründe vermuten. Sicher die Werbewirksamkeit. Und: So manche alte Jeans, die ansonsten noch eine ganze Weile getragen würde, dürfte so schneller gegen eine neue eingetauscht werden.

(Quelle: WDR 2 Quintessenz: Altkleidersammlung)

 

 

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