Kunststoffe

Kunststoff-AbfallInhalt

 

Seit Anfang 2013 gibt es in Berlin die Wertstofftonne, in der unabhängig von deren Herkunft - ob Verpackung oder nicht - alle im Haushalt anfallenden Plastiksorten, Verbundstoffe und Metalle gesammelt werden sollen. Seit 2015 gibt es eine solche Tonne bundesweit. Damit wird den Vorgaben der EU-Abfallrahmenrichtlinie entsprochen.

Vor der Aufbereitung wird das gesammelte Kunststoff-Material noch einmal bestmöglich nach Sorten sortiert. Dann wird es zu feinem Granulat („Regranulat") verarbeitet. Geschmolzen produziert man hieraus neue Gebrauchsgegenstände.
Die Qualität des so wiederverwerteten Kunststoffes entspricht nur selten der Qualität des Ursprungsmaterials – auch wegen der unzureichenden Sortenreinheit.  Stoffliche Wiederverwertung bedeutet daher meist „Downcycling". Die Endprodukte besitzen nicht mehr die hohe Materialqualität wie die Ausgangsprodukte. Es entstehen etwa Bodenbeläge, Fensterprofile, Rohre, Gartengeräte, Eimer, Mörtelkübel und Transportverpackungen wie Paletten.
Es liegt auf der Hand, dass Kunststoffe daher nicht endlos recycelt werden können. Am Schluss können sie stofflich noch zu Dämmmaterialen verarbeitet und letztlich nur noch energetisch verwertet werden. Man muss als bei der Wiederverwertung von Kunststoffen meist von "Downcycling" sprechen.

Aufgrund ansteigender Rohstoffpreise versucht man aber die Qualität des Materials im Wiederverwertungsprozess bestmöglich zu erhalten und hat in den letzten Jahren vorzeigbare Fortschritte gemacht. Heutzutage lohnt es sich, hochwertige Einzelkunststoffe auszusortieren. Sortenreine PE-Flocken erlösen bis zu 1000 Euro pro Tonne. Was genau aus diesen Materialien wird, lässt sich allerdings kaum nachverfolgen. Allein das Recyclingunternehmen Remondis bietet vier verschiedene Sekundärrohstoffe aus Abfällen aus der Gelben Tonne an, etwa ein Granulat für Bohrmaschinen-Gehäuse. Bei einer besonders sauberen PET-Fraktion schließt sich sogar zum Teil der Kreislauf: Immerhin 15 % der gebrauchten Flaschen werden zu neuen Flaschen.

Meist ist ein endloser Kreislauf wie bei Glasverpackungen bei Kunststoffverpackungen nicht realisierbar. Das rohstoffliche Recycling kommt dem zwar nahe, ist aber aufwendig und teuer. Wie rohstoffliches Recyceln genau funktioniert, beschreibt die >>Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt in Bonn am Beispiel PVC.

 

Pfandflaschen aus 'PET'

Wiederverwertbare Plastikflaschen bestehen weitgehend aus Polyethylenterephthalat (PET). Durch die Einführung eines Pfand- und Rücknahmesystems für Einwegflaschen in Deutschland kann heutzutage für diese Kunststoffart eine Sortenreinheit von bis zu 100 % erreicht werden. Dennoch wird das recycelte Material meist nicht eins zu eins wiederverwendet. Nur selten entstehen aus alten Plastikflaschen neue Plastikflaschen. Das recycelte PET bedarf - soll es wieder mit Lebensmitteln in Berührung kommen dürfen -  eines aufwendigen Verfahrens. Daher wird es vornehmlich nach Südostasien exportiert, wo es die dortige Textilindustrie zu Polyester und dann zu Textilien verarbeitet. Etwa zwei Drittel des recycelten PETs wird zu Textilien, der Rest zu Folien, Platten, Flaschen, Verpackungen für Reinigungsmittel u.Ä.
(Quelle: www.trenntstadt-berlin.de, „Plastikrecycling: Der (Sekundär-) Rohstoff steht am Straßenrand oder im Hinterhof")

 

Autor: Andreas Pützer
Bild: ©Maret Hosemann  / pixelio.de

 

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