Glas

3 Flaschen aus Weißglas

Inhalt

 

In Deutschland werden jährlich 2,4 Mio. Tonnen Glas für die Flaschenproduktion hergestellt und 1,1 Mio. Tonnen für die Produktion von Lebensmittelgläsern. Dabei helfen die jährlich eingesammelten 2 Mio. Tonnen Altglas der Umwelt vor allem, indem sie den Energiebedarf reduzieren.

Denn bestehend aus mineralischen Rohstoffen wie Quarzsand, Soda und Kalk ist Glas nahezu unbegrenzt verfügbar. Der Energieeinsatz bei der Produktion ist jedoch groß. Daher ist die Verwendung von Mehrwegglasbehältern ein effektiver Einsatz für unsere Umwelt.

 

Getränkeverpackungen - Fakten und Trends

Die Getränkeindustrie verpackt ihre Ware jedoch zunehmend in Einwegflaschen aus Kunststoff anstatt in traditionelle Mehrwegflaschen. Dies verringert das Gewicht und damit Transportkosten und erleichtert dem Endkonsumenten das Tragen schwerer Getränkeflaschen.

Im Jahr 2004 wurden noch mehr als 66 % der Getränke in Pfandflaschen auf den Markt gebracht. Im Jahr 2009 waren es nur noch 49 %. Die Tendenz ist weiterhin fallend (Quelle: Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag des Umweltbundesamtes).

Dabei ist die Mehrwegflasche der Wegwerfpackung in Hinblick auf Umweltfreundlichkeit weit überlegen. Mehrwegflaschen aus Glas können über 50 Mal wiederbefüllt werden, solche aus Kunststoff nur 8 bis 25 Mal. Somit können große Mengen an Rohstoffen - insbesondere an Energieträgern - eingespart werden.

Das Umweltbundesamt kommt zu einer anderen Einschätzung: Ihm zufolge sei die Ökobilanz von Mehrwegflaschen und Verbundverpackungen etwa gleichwertig. (Quelle: Trenntmagazin)

Nicht alle Glasbehälter werden für die Mehrfachverwendung hergestellt. Der Einwegbehälter hat gegenüber dem Mehrwegbehälter offenkundig eine weit schlechtere Energiebilanz.

Weiterführende Links zum Thema Mehrweg, Pfand und Getränkeverpackungen:

> www.stiftung-mehrweg.de

> www.mehrweg.org

> www.dpg-pfandsystem.de

> www.verpackungsbarometer.de

> Trenntwende: Der große Verpackungsvergleich

 

Altglas-Recycling

In den Keramikbecken, in denen Sand, Kalk, Soda und Recyclingglas eingeschmolzen und gemischt werden, herrscht eine Temperatur in Höhe von bis zu 1600° Celsius. Auch die anschließende Kühlung erfordert einen großen Energieeinsatz. Nimmt man den Energieverbrauch bei der Produktion komplett altglasfreien Glases als Referenzwert, so verringert sich aber der Energieeinsatz in der Herstellung um 3 % je 10 % Altglasbeimischung.

Das Altglas-Recycling ist damit ökonomisch wie ökologisch von großem Vorteil. Bis zu 90 % beträgt die Altglasbeimischung im Glas heutzutage.
So konnte bis heute der Energieeinsatz in der Glasproduktion - im Vergleich zum Jahr 1970 - um fast 80 % reduziert werden, wozu der Einsatz von Altglas deutlich beitrug (Deutsche Umwelthilfe).  Seit Einführung des Glasrecyclings 1973 wurden außerdem viele Millionen Tonnen Rohstoff eingespart.

Da Glas ohne Qualitätsverlust beliebig oft eingeschmolzen und wiederverwertet werden kann, ist es zum Recyceln besonders gut geeignet.

(Quelle: „Recyclingglas: Heute der wichtigste (Sekundär-) Rohstoff für neue Glasverpackungen, www.trenntstadt-berlin.de)

 

Autor: Andreas Pützer

Bild: © A.Dreher  / pixelio.de

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