Elektroaltgeräte richtig entsorgen

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Wer meint, noch schwieriger als die Anschaffung eines neuen Elektrogerätes sei die korrekte Entsorgung das alten kaputten, dem soll hier geholfen werden.

Symbol: Durchgestrichene MülltonneDas Symbol bedeutet, dass Sie als Verbraucher das Gerät nicht über den Restmüll entsorgen dürfen. Manche Kommunen verhängen Bußgelder sollten Sie es dennoch tun. Private Haushalte sind verpflichtet, Elektro- und Elektronikaltgeräte getrennt zu sammeln und abzugeben. Denn die Produkte enthalten wertvolle Rohstoffe, die zurückzugewinnen sind.
In die Wertstofftonne gehört der Elektroschrott aber dennoch nicht. Was tun?

Seit Juli 2016 können Sie Ihr kleines Kaputtes grundsätzlich bei großen Elektromärkten abgeben. „Klein“ sind solche Elektrogeräte, deren Kanten 25 cm nicht überragen, und „groß“ sind solche Märkte, die Elektroartikel auf mindestens 400 qm Verkaufsfläche anbieten. Die  Rücknahmepflicht gilt auch für Onlineshops mit Lager- und Versandfläche über 400 qm.
Möchten Sie ein E-Gerät loswerden, das größer ist als jene 25 cm - etwa Waschmaschinen, Mikrowellen, Kühlschränke-, so ist das Geschäft zur Rücknahme verpflichtet, indem Sie es gekauft haben. Aber auch der Händler, bei dem Sie ein Neugerät kaufen, muss das Altgerät kostenlos annehmen.
So steht es im neuen ElektroG/WEEE – also im neuen Elektrogesetz. WEEE bedeutet „Waste of Electrical and Electronic Equipment“ oder zu Deutsch: „Elektro- und Elektronikgeräte-Abfall“. Ziel ist, bis 2019 EU-weit mindestens 65 % des Elektroschrotts zu recyceln.
 

Aber, wohin jetzt konkret mit dem Elektroschrott?

Die Stiftung Elektro-Altgeräte Register (ear) bietet ein Verzeichnis von Sammel- und Rücknahmestellen. Durch einen Klick finden Sie schnell die Stellen, in Ihrer Stadt oder Ihrem Postleitzahl-Bezirk, die Kleingeräte bis zu 25 cm kostenlos entgegennimmt:  
>> Verzeichnis der Sammel- und Rücknahmestellen.
Auch welche Händler generell zur Rücknahme verpflichtet sind, finden Sie hier.
Onlineshops bieten oft die Möglichkeit einer Rücksendung an. Der Anbieter muss dann die Portokosten tragen. Wer z.B. bei Amazon einkauft, kann sich einen Retoureschein ausdrucken  und den Artikel mit diesem kostenlos zurücksenden. Vielen Onlineshops legen solche Scheine auch der Lieferung bei. Andere arbeiten mit lokalen Rücknahmestellen zusammen. Dort können Sie das ausgediente Elektrogerät abgeben, damit es gesetzeskonform verwertet werden kann.  Online- und Versandhändler müssen eine Rückgabemöglichkeit „in zumutbarer Entfernung“ anbieten.
 

Und was geht sonst noch?
  • Nach wie vor können Elektrokleingeräte in Berlin kostenfrei auf einem der 15 BSR-Recyclinghöfe abgeben werden. Dies gilt auch für Elektro-Großgeräte. Die Adressen finden Sie auf der interaktiven Karte der BSR-Website:
    >> https://produkte.bsr.de/recyclinghoefe.php
  • Die Deutsche Post AG bietet in Zusammenarbeit mit dem Entsorgungs- und Recycling-Unternehmen ALBA einen interessanten kostenlosen Service an:
    Stecken Sie Ihr ausrangiertes Elektrokleingerät (bis zu max. 5 cm) einfach in einen Briefumschlag (Länge bis 35,3 cm, Breite bis 25 cm, Höhe bis 5 cm, Gewicht bis 1.000 g), downloaden die ELECTRORETURN-Versandmarke von der Website der Post, drucken Sie diese aus, kleben Sie sie auf den Umschlag und ab geht die Post zu ALBA zum Recyceln.
  • Unser Artikel „Teilen statt besitzen – Nutzen statt verbrauchen“ enthält Infos, wie Sie Ihrem Elektroaltgerät eine Gnadenfrist gönnen können, sollte es noch gebrauchstüchtig sein.
  • Die Stiftung Warentest empfiehlt auf ihrer Website, alte Handys auf Internetseiten wie  www.wirkaufens.de, www.clevertronic.de oder www.zoxs.de zu verkaufen.

Dass vieles noch verbessert werden kann, schreibt die Stiftung Warentest in Ihrem Artikel vom Februar 2017 >> "Elektroschrott: So entsorgen Sie alte Elektrogeräte korrekt“. Die Deutsche Umwelt Hilfe (DUH) bemängelt vor allem, dass die maßgebliche Verkaufsfläche von 400 qm zu groß sei. Aldi etwa verkaufe riesige Mengen an Elektroartikeln, muss sie aber nicht zurücknehmen, weil sie auf relativ kleinen Fläche angeboten werden.

 

Exkurs: Kein Schrott für Afrika!

Wir raten dringend davon ab, Elektroschrott in die Hände dubioser privater Sammler zu geben. Das gesetzlich vorgesehene Rücknahmesystem über Händler, Kommunen und von diesen beauftragten Unternehmen garantiert am ehesten eine fach- und umweltgerechte Entsorgung. Fällt Ihr Elektroschrott dagegen in die Hände von schwarzen Schafen in der Entsorgungsbranche, ist eine nachhaltige und ökologisch bestmögliche Verwertung sehr unwahrscheinlich. Vielmehr besteht insbesondere die Gefahr einer illegalen Verbringung des schadstoffhaltigen Elektroschrotts in afrikanische oder asiatische Länder.

Elektroschrott in Agbogbloshie/Ghana/Afrika

Vor der Küste schwimmen tote Fische. Slumbewohner – meist Kinder und Jugendliche – erarbeiten sich ein kleines Einkommen. Zu Tausenden durchsuchen sie den Elektroschrott, der aus Europa, Deutschland und anderen Ländern der Welt illegal hierher geschafft wird - deklariert als funktionsfähige Second-Hand-Ware.

Die UNO verzeichnete einen Anstieg des Menge des globalen Elektroschrotts auf 41,8 Mio. Tonnen im Jahr 2014 nach 39,8 Millionen Tonnen im Vorjahr. Deutschland steuert dabei in Europa den größten Anteil Schrott bei - nämlich rund 700.000 Tonnen jährlich.

Lesen Sie mehr im Hintergrundartikel "Elektroschrott in Afrika" und "Schadstoffe in Elektrogeräten".

Autor: Andreas Pützer

Bild : © creative commens
 

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