Das Duale System

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Als erster und zunächst einziger Vertreter des Dualen Systems wurde 1990 das Unternehmen "Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland" gegründet. Mit der Verpackungsverordnung hatte die Politik damals Wirtschaft und Handel rechtlich verpflichtet, für die Rücknahme und Verwertung der durch sie produzierten und verkauften Verpackungen Sorge zu tragen. Die Folge war die Initiierung des ertsen Rücknahmesystems Grüner Punkt. Bis heute (08/2016) entstanden 10 anerkannten Unternehmen, die im Dualen System tätig sind und Lizenzen für Verpackungen vergeben, die dem System angeschlossen und entsprechend zurückgenommen werden. Zur Koordinierung ihrer Arbeit etablierten die Unternehmen die Gemeinsamen Stelle dualer Systeme Deutschlands GmbH

Liste der Unternehmen, die im Rahmen des Dualen Systems Verpackungen wieder einsammeln:

  • BellandVision GmbH
  • Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH
  • ELS Europäische LizenzierungsSysteme GmbH
  • INTERSEROH Dienstleistungs GmbH
  • Landbell AG für Rückhol-Systeme
  • NOVENTIZ Dual GmbH
  • Reclay Systems GmbH
  • RKD Recycling Kontor Dual GmbH & Co. KG
  • Veolia Umweltservice Dual GmbH
  • Zentek GmbH & Co. KG
So funktioniert das Duale System

Die Firmen der produzierenden Branche zahlen für die Verpackungen der von ihr in den Handel gebrachten Ware ein Entgelt an den Grünen Punkt (oder ein entsprechendes Unternehmen). Im Gegenzug werden die Produkte der Firma lizensiert und deren Verpackungen - nach Gebrauch - im Auftrag des Grünen Punktes entsorgt und wiederverwertet. Die Höhe des zu zahlenden Entgeltes richtet sich dabei nach dem Abfallaufkommen, das durch den Verkauf des jeweiligen Produktes entsteht.  Zumeist enthält das Produkt als Kennzeichnung, dass es zertifiziert ist, ein Logo.

Die tatsächliche Abholung und  Verwertung des Verpackungsabfalls übernimmt ein kommerzielles oder ein kommunales Entsorgungsunternehmen, welches ihn entweder recycelt oder zur Energiegewinnung verbrennt. Dafür stellt es dem Verbraucher verschiedenfarbige Behälter (Säcke, Container, Abfalltonnen) zur Verfügung, die entweder im öffentlichen Raum stehen oder nahe der Wohngebäude. Gesammelt werden Verpackungsabfälle aus Kunststoff, Verbundstoff, Metall, Glas oder Pappe/Papier.

Die Kosten für Abtransport und Verwertung der Verpackungsabfälle, die die Hersteller an den Vertreter des Dualen Systems per Lizenzgebühr zahlen, werden über den Handel in der Regel direkt auf den Verkaufspreis der Ware aufgeschlagen. Der Verbraucher hat die Entsorgung also bereits beim Einkauf bezahlt. Für die Abholung entstehen ihm grundsätzlich keine Kosten. (Ggf. können Kosten berechnet werden, wenn der Weg von der Straße zum Standort der Tonne besonders weit ist oder viele Treppenstufen aufweist.)

Für die Vermarktung der Wertstoffe ist meist die Deutsche Gesellschaft für Kreislaufwirtschaft und Rohstoffe mbH (DKR) zuständig. Kosten bzw.  Einnahmen der Verwertung und Vermarktung werden dann mit den Vertretern des Dualen Systems abgerechnet.

Verwertung und Klimaschutz

Laut eigenen Angaben verwertete der Grüne Punkt im Jahr 2016 rund 1,7 Mio.Tonnen Verpackungsabfall. Dem entspreche ein Einsparvolumen an Primärenergie in Höhe von 45 Milliarden Megajoule, wodurch man die Emission von  CO2-Äquivalenten in Höhe von 1,1 Millionen Tonnen habe vermeiden können.

Verpackungsverordnung 2015

Ausnahmeregelungen, die es Herstellern und Vertreibern ermöglichten, Verpackungen vor Ort zurück zu nehmen, wurden missbraucht, ebenso Branchenlösungen, die es z.B. Kantinen, Hotels, Handwerksbetrieben ermöglichen, für die bei ihnen anfallenden Verpackungsabfällen ein eigenes Rückholsystem aufzubauen.
Es wurden größere Mengen an zurückgenommenem  Verpackungsmaterial angegeben, als tatsächlich zurückgenommen wurde, oder es wurden Branchenlösungsmengen anhand unrealistischer allgemeiner Marktgutachte zugrunde gelegt.
Dem schiebt nun die 7. Novelle der Verpackungsverordnung von 2015 einen Riegel vor indem sie die Nachweispflicht für die Rücknahme verschärft und indem sie die Möglichkeit untersagt, an das Duale System bezahlte entgelte zurückzufordern.

 

 

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